Einkaufszentrum keine Lösung

Studenten entwickeln Marketingkonzept zur Vermeidung von Leerständen in der Altstadt

Gewerbliche Leerstände sind derzeit in vielen Städten und Gemeinden im Landkreis ein Problem. In Grünberg setzt man jetzt auf Innovation statt Reaktion und will sich des Problems annehmen, bevor es wirklich schlimm wird. Dazu soll von Studenten der Justus-Liebig-Universität Gießen ein ,,Marketingkonzept zur Vermeidung von gewerblichen Leerständen« erstellt werden.

Vor rund einem Jahr gab es noch zehn Leerstände in der Grünberger Altstadt. In den letzten Monaten war es möglich, vier der Gebäude wieder zu beleben: Trotzdem macht man sich viele Gedanken um dieses Problem.

Im Präsidium der Grünberger Werbegemeinschaft entstand gemeinsam mit dem Stadtmarketing die Idee, sich dieses Themas konzeptionell anzunehmen. Bernd Messerschmidt, Präsidiumsmitglied des GWG: »Auch in den Geschäften macht man sich Gedanken, wie die Zukunft in Grünberg aussieht – deshalb wollten wir strategisch an die Fragestellung herangehen« Doch schnell war klar, dass man alleine kaum mit der Größe der Aufgabe zurechtkommen würde: Deshalb fragte man bei Dr. Alexander Haas, Professor für Marketing und Verkaufsmanagement im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der JLU an, ob es nicht möglich sei, ein wissenschaftliches Konzept zur Behebung der Problematik zu erstellen. Eine Anfrage, der er gerne nachkam. Gemeinsammit rund 20 Studenten aus den Studiengängen Marketing und Geografie.

Im Laufe des Seminars soll von den Studenten erarbeitet werden, inwieweit man dem Problem Leerstände in der Grünberger Innenstadt beikommen kann – und das möglichst auch vorbeugend. Zu den Bestandteilen des Projekts zählen die Kategorisierung von Leerständen in der Innenstadt,das Interviewen von Inhabern freier Gewerbeflächen, eine Online-Befragung der Mitarbeiter der Firma Bender und die Befragung von Passanten am Edeka Horst und dem Herkules Baumarkt. Das Projekt wird auch auf den Erkenntnissen der Studie des Instituts für Handelsforschung (IFH), die im September in Grünberg durchgeführt wurde, aufbauen. »Wir werden erarbeiten, was ein guter Branchenmix für die Gewerbe inder Stadt sind und welche Gewerbe noch unterrepräsentiert sind«, sagte Haas. Dabei soll nach Möglichkeit auch erarbeitet werden, wie man die Frequentierung der Innenstadt durch Passanten erhöhen kann.

Der GWG und dem Bürgermeister wäre eine Belebung mit kleinen, inhabergeführten Geschäften am liebsten: »Das passt am besten ins Stadtbild – außerdem würde in der Innenstadt der Platz für große Geschäfte kaum ausreichen«, sagte Ide. »Ein Einkaufszentrum wie das Neustädter Tor würde in Grünberg nicht funktionieren – es funktioniert in Gießen ja schon nicht allzu gut.« Mit den Ergebnissen des Projekts erhofft sich dieStadt Grünberg sowie die GWG, dass weitere Leerstände in Zukunft vermieden werden können und dass sich Grünberg als attraktive Einkaufsstadt präsentieren kann. Die Präsentation der Marketingkonzepte soll am 26. Januar 2017 stattfinde