26. April 2019

Wie sieht der Haushaltsplan der Stadt Grünberg aus?

Die Einnahmen

Immer wieder sehen Sie, dass in der Stadt an verschiedensten Stellen gebaut, repariert, erweitert und gepflegt wird. Insgesamt können wir den Haushalt in diesem Jahr mit Einnahmen und Ausgaben von jeweils ca. 31 Millionen Euro ausgeglichen gestalten. Das war nicht immer so, früher sind wir oft mit einer geplanten Unterdeckung in das Jahr gestartet.

Die inzwischen erfreulicherweise größte Einnahme­position ist die Schlüsselzuweisung des Landes – im Rahmen des kommunalen Finanzausgleiches erhält die Stadt Grünberg 7,9 Millionen Euro. Zusätzlich erhalten wir noch eine Investitions­pauschale von rund 400.000 Euro. Unser Anteil an der von vielen von Ihnen zu zahlenden Einkommen­steuer beträgt 7,2 Millionen Euro. Die Gewerbesteuereinnahmen betragen geplant 4,3 Millionen Euro. Die Grundsteuer B, dies sind die Steuern auf bebaute Grundstücke, sind in Grünberg im Vergleich zu anderen Kommunen noch relativ niedrig, der Hebesatz liegt bei 396 %, dies ergibt Einnahmen von rund 1,7 Millionen Euro.

Für Abwassergebühren zahlen alle Grünberger insgesamt rund 2,4 Millionen Euro, die Wassergebühren, die jedoch im Zweigbetrieb Stadtwerke Grünberg veranschlagt werden, betragen rund 950.000 Euro. Der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer bringt uns 770.000 Euro in die Kasse, die Spielapparatesteuer ca. 100.000 Euro, die Hundesteuer rund 70.000 Euro und die Zweitwohnungssteuer 16.000 Euro.Für die Kindertagesstätten erhalten wir von Bund, Land und Kreis Zuwendungen von 1,4 Millionen Euro. Die Eltern zahlen insgesamt 240.000 Euro für die Kin-derbetreuung.Die Miet- und Pachteinnahmen von Gebäuden, Mietwohnungen, Campingplatz, Windkraft- und Photovol­taikanlagen betragen rund 530.000 Euro.Aus Verwarnungs- und Bußgeldern sowie Verwal-tungsgebühren resultieren Einnahmen von ca. 370.000 Euro.Dies zusammen sind rund 28,4 Millionen Euro, weitere 2,5 Millionen Euro setzen sich aus zahlreichen kleine-ren Positionen zusammen. Liebe Leserinnen und Leser, ja, das sind gute Zahlen. Aber doch bleibt am Ende nur ein geplanter Überschuss von gerade mal 38.591 Euro übrig. Dies ist der Plan – ob es alles wirklich so kommt, wird erst am Jahresende feststehen.

Die Ausgaben

An den Landkreis Gießen werden 12,1 Mio. Euro abgeführt. Diese beinhalten 7,9 Mio. Euro Kreisum-lage, 3,5 Mio. Euro Schulumlage und 0,7 Mio. Euro Gewerbesteuerumlage. Die zweitgrößte Position sind die Personalaufwendungen. Diese betragen rund 8,8 Mio. Euro. Von den 250 Mitarbeitern/-innen arbeiten über die Hälfte in den neun Kindertagesstätten, dies sind Erzieher/-innen, Reinigungskräfte und Küchen- und Hauswirtschaftskräfte. Weitere Reinigungskräfte und Hausmeister sind für die städtischen Liegen-schaften, hier hauptsächlich die Dorfgemeinschafts-häuser und Sport- und Kulturhallen, zuständig. Die 15 Mitarbeiter des Bau- und Servicehofes werden durch einige Grünpfleger in den Stadtteilen unterstützt. In der Verwaltung sind 45 Personen tätig. Weiterer Personaleinsatz ist im Museum, der Stadtbücherei, in der Kinder- und Jugendarbeit, im Seniorenbüro, im Freibad und auf dem Campingplatz notwendig. Von den Personalkosten entfallen rund 50 % auf den sozialen Bereich, 27 % auf die Verwal-tung und 16 % auf den Bau- und Servicehof.

Für die Abwasserbeseitigung werden an die ver-schiedenen Abwasserverbände, an deren Kläranlagen die Stadt Grünberg angeschlossen ist, rund 1,6 Mio. Euro gezahlt.Die Abschreibungen auf die über 100 städtischen Gebäude, auf Fahrzeuge und auf Sachanlagen betragen rund 2,6 Mio. Euro.

Der Aufwand für Sach- und Dienstleistungen (hierunter fallen vor allem Energiekosten, Reparatur von Fahrzeugen und Gebäuden, Leasingraten, Prü-fungsgebühren, Telefonkosten, Versicherungs- und Mitgliedsbeiträge, Aus- und Fortbildungskosten und die Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Tätigkeiten im Bereich der Politik und der Feuerwehr) beträgt insgesamt 4,2 Mio. Euro, die sich auf mehrere Hundert Kontengruppen verteilen.Dies alles sind laufende Kosten, die aus den Einnah-men finanziert werden. Wie im Frühjahr erläutert, gestaltet sich die Einnahme- und Ausgabeseite ge-rade so ausgeglichen. Große Investitionen, wie z. B. die neuen Kindertagesstätten, neue Feuerwehrfahrzeuge, der Radweg von Grünberg nach Göbelnrod, Erneuerungen der Kanalisation oder auch grundhafte Straßenerneuerungen, werden oft über langfristige Kredite finanziert. Für die rund 20 Mio. Euro hohe Kreditlast werden jährlich rund 280.000 Euro Zinsen fällig.Wir gehen ja jetzt schon langsam auf das Jahresende zu und nach aktuellem Stand wird der Haushalt der Stadt Grünberg, trotz manch unvorhergesehe-ner Ausgaben, einen geringfügigen Überschuss von rund 30.000 Euro ausweisen. Mal schauen, wie es im neuen Jahr wird.

Ihr Frank Ide